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Exkursionen

Harbke - Marienborn 2012

Bei bestem Reisewetter haben sich Interessierte vor der Kirche in Marienborn getroffen und dabei überraschendes neues Wissen über diesen kleinen und zu den ältesten in Europa gehörenden Wallfahrtsort erfahren. Der "Born" mit seinem seit Jahrhunderten bekannten Wasser wurde nicht nur besichtigt, sondern auch genossen. In Harbke waren eine Besichtigung der restaurierten Kirche mit der geweihten neuen Orgel, die Führung durch den berühmten Park mit ältestem Ginkgobaum Europas, die Besichtigung der vielseitig ausgestatteten Heimatstube sowie eine informative Ortsrunde mit Kaffetrinken Höhepunkte der Exkursion. Immerhin etwa 8 Stunden hat unsere kleine Mannschaft am Ende leicht erschöpft gemeinsam verbracht. Reinhard Bergner  

Impressionen

 

Beyendorf - Sohlen 2010

Ziel unserer Exkursion am 15.05.2010 war das kleine Bördedorf Beyendorf-Sohlen. Den Anlass bildete der 230. Geburtstag des Schulreformers und Lehrerbildners Carl Christoph Gottlieb Zerrenner, der in Beyendorf geboren wurde, wo sein Vater als Pfarrer tätig war. Partner und Organisator vor Ort bei der Exkursion war der Heimatverein Beyendorf-Sohlen. Am Treffpunkt, der Dorfkirche St. Petri, fanden sich zur vereinbarten Zeit 8 Teilnehmer ein, wieder nur eine schwache Beteiligung durch unsere Vereinsmitglieder, was wohl dem schlechten Wetter geschuldet war. Als besonderes Extra sollte für uns zum ersten Mal eine Führung durch beide Teile des Doppeldorfes organisiert werden. Leider war uns das Wetter, besonders in Beyendorf, wenig geneigt und der strömende Regen verhinderte den Dorfrundgang. So blieb es bei der Besichtigung der Kirche, mit Führung durch den Pfarrer. Die Kirche wurde mit Kräften der AQB saniert. Es ist eine schöne Dorfkirche mit altem Ursprung und barocker (Bauernbarock) Innenausstattung. Das Geburtshaus (Pfarrhaus) von Zerrenner ist nicht erhalten. Der Backsteinbau des heutigen Pfarrhauses stammt aus dem Ende 19. Jh. Da die Dorfführung durch den Heimatverein ausfiel, gab es nur einige Kurzinfos zu den interessanten Vierseitenhöfen. Unsere nächste Station war die Kirche in Sohlen. Auch sie wurde saniert, aber es gibt keine alten Ausstattungen mehr. Sie wurden bei der Renovierung im 19. Jh. beseitigt. Beim anschließenden Treff mit dem Heimatverein Beyendorf/Sohlen in der Heimatstube bei Kaffee und selbstgebackenem köstlichen Blechkuchen wurden Erfahrungen in der Vereinsarbeit ausgetauscht. Die abschließende Führung durch das Heimatmuseum wurde begleitet von Herrn Horst Meier, einem echten "Bördeoriginal". Er hatte dazu seine Sonntagstracht angezogen und zeigte uns die Sammlung zur Schulgeschichte und Alltagskultur des Dorfes. In der Schneiderwerkstatt für Bördetrachten erhielten wir einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Heimatvereins. Hier noch einige Informationen über Carl Christoph Gottlieb Zerrenner (1780-1851): Zerrenners Vater gehörte Mitte des 18. Jh. zum Kreis der Volksaufklärer. In seinem Haus trafen sich einflussreiche Pädagogen und Theologen (Salzmann, Rochow, Basedow). Z. besuchte 1791-1799 die Schule von Kloster Berge unter Abt Friedrich Gabriel Resewitz und studierte danach Theologie in Halle. Danach war er als Privatlehrer tätig, anschließend als Lehrer am Pädagogium des Klosters Unser Lieben Frauen, bis er 1805 eine Predigerstelle an der Heilig-Geist-Kirche übernahm. Zwischen 1817 und 1819 realisierte er in Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister August Wilhelm Francke die Reform des Schulwesens der Stadt Magdeburg, ohne die eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in der bekannten Weise kaum möglich gewesen wäre. Magdeburg hatte zu dieser Zeit in Deutschland das vermutlich beste öffentliche Schulwesen (höchster Beschulungsgrad). Grund dafür waren nicht zuletzt die unterrichtsmethodischen und didaktischen Publikationen Zerrenners. Ebenso setzte er Maßstäbe für die Lehrerbildung. Mit seinen Publikationen wirkte er weit über Magdeburg hinaus auf viele Pädagogen und Politiker. 1831 wurde er zum Propst des Klosters Unser Lieben Frauen gewählt, wobei in seine Amtszeit die Säkularisierung des Klosters fällt (1832-1834), in deren Verlauf Z. einige Elemente der Vergangenheit bewahren konnte (theol. Abschluss der Lehrer, Titel Propst für den Direktor u.a.). Ab 1840, unter veränderten politischen Bedingungen, wurde er immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Seine Verdienste für die Entwicklung der Pädagogik als Wissenschaft mit starken Wurzeln in der Praxis und eine systematische Lehrerbildung sind jedoch unbestreitbar und verdienen bis heute Erinnerung und Interesse. (Quelle: Magdeburger Biographisches Lexikon)

Kurze Chronik Beyendorf-Sohlen:

936 - Erste urkundliche Erwähnung von Beyendorf (Beiendorpe). 964 - Erste urkundliche Erwähnung von Sohlen (Szolene). 1299 bis 1726 - Salzgewinnung in Sohlen. 1601 - Errichtung eines Strohgradierwerkes in Sohlen durch die Brüder Mathias und Paulus Meth. Um 1670 - Erwähnung von 11 Siedehäusern und einem Solebrunnen in Sohlen. Mitte des 19. Jahrhunderts - Durch Industrialisierung Bau einer noch heute bestehenden Eisenbahnlinie mit einem Bahnhof in Beyendorf. Im nördlichen Teil Beyendorfs entstanden in überschaubarer Zahl Mietshäuser. Nach dem Zweiten Weltkrieg - Bodenreform, Enteignung der beiden bisher beherrschenden Gutshöfe. 28. Juni 1950 - Vereinigung der Gemeinden Beyendorf und Sohlen. 1. April 2001 - Eingemeindung nach Magdeburg und Vereinigung der Freiwilligen Feuerwehren mit Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses an der Grenze der beiden Ortsteile.  

Niederndodeleben 2003

Quelle: Vst. vom 11.10.2003 Geschichtsfreunde erkundeten Bördedorf Überraschend viele Gäste folgten jüngst der Einladung des Magdeburger Geschichtsvereins zu einer Exkursion in das Bördedorf Niederndodeleben vor den Toren der Landeshauptstadt. Bekannt durch die Herausgabe der Magdeburger Geschichtsblätter hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, die Erforschung und Vermittlung der Geschichte Magdeburgs und seines Umlandes zu fördern. Der Geschichtsrundgang begann an der romanischen Kirche St. Stephanus, die im Zentrum des ehemaligen Dorfes Schnarsleben steht (das Dorf gehört seit 1950 als Ortsteil zu Niederndodeleben). Zusammen mit fünf weiteren denkmalgeschützen Häusern bildet die Kirche ein reizvolles Ensemble mit historischem Dorfcharakter. Neben der gut erhaltenen mittelalterlichen Bausubstanz bestaunten die Besucher die aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammende barocke Innenausstattung. Besonderes Interesse fand die karolingische Flechtband-Ornamentik unter der Altarplatte. Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Niederndodeleben-Schnarsleben führten die Gäste anschließend sachkundig durch das Dorf. Dabei orientierte sich Horst Haberland am alten Dorfplan von 1796. Vorbei an der stattlichen Linde, die im Gedenken an den französisch-preußischen Krieg 1870/71 gepflanzt wurde, ging es zum typischen Bördehof von Ernst-Otto Rilliger. Die Familie Rilliger lebt seit 1630 in der zwölften Generation im Ort. In dörflicher Idylle zwischen Hühnern und Gänsen zog Ernst-Otto Rilliger die Gäste mit humorvollen Geschichten in seinen Bann. Weiter ging der Weg zur Schnarslebener Mühle. Hier am Dorfrand hatte man in der Nachmittagssonne einen herrlichen Blick auf den Magdeburger Dom. Der Rundgang endete bei Kuchen im zweihundert Jahre alten Leineweberhaus in der Lindenstraße Dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Dr. Rainer Bergner, überreichte Ursula E. Duchrow zur Erinnerung das Heimatbuch "Niederndodeleben – Bördedorf zwischen Wartberg und Schrotetal ". Die Vereine nahmen sich vor, die Verbindung zu pflegen. Als Abschiedsgeschenk erhielt jeder Magdeburger einen Druck des historischen Dorfplanes von 1796. Bilder in „Chronik 2003“