Veranstaltungskalender  2009


 „Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek“ am Dienstag, 03.11.2009, 18.00 Uhr

Es spricht im Vortragsraum der Universitätsbibliothek Magdeburg Herr Heinz-Jürgen Czerwienski, Stassfurt zum Thema:

 "Staßfurt - die Wiege des Kalibergbaus"

Etwa 40 Kilometer südlich von Magdeburg liegt die Stadt Stassfurt. Die gesamte Geschichte des Ortes, seinen Bekanntheitsgrad, seinen ehemaligen Reichtum und die derzeitigen Probleme basieren auf dem Mineral Salz.
Begonnen hat alles schon im 12. Jahrhundert, als das "weiße Gold" in den Salinen produziert wurde und Stassfurt einen besonderen Reichtum bescherte.
Mitte des 19. Jahrhundert wurden dann in Staßfurt weltweit erstmals Salzschächte geteuft. Mit dieser Evolution des Salz- und Kalibergbaus gab es eine rasante städtische Entwicklung. Es entstanden im so genannten "Salz-Fieber" diverse Nachfolgeindustrien, wie die chemische Industrie und der Schwermaschinenbau.
Aber Wassereinbrüche in Schachtanlagen direkt im Bereich der Stadtmitte hatten verheerende Auswirkungen. Die gesamte typische Innenstadt, zu der Kirche, Rathaus und Schule gehörten, musste abgerissen werden und es entstanden Unmengen Freiflächen im Stadtzentrum.
Erst die Möglichkeiten der Internationalen Bauausstellung IBA 2010 waren Basis dafür, diese leeren Flächen zu gestalten und einen neuen Identifikationsstandort zu schaffen.

Zum Referenten:
Der Vorsitzende des Staßfurter Geschichtsvereins Heinz-Jürgen Czerwienski wird über diese Entwicklung des 30 000 Einwohner großen Ortes im Herzen Sachsen-Anhalts berichten. Er selbst ist Elektronik-Ingenieur. Als Stadtrat und später Amtsleiter war er bei der Stadt Stassfurt im Bereich der Kultur über 25 Jahre tätig. Mit dem Studium als Diplom- Rechtswissenschaftler entwickelte sich sein Interesse für die Stadtgeschichte und Denkmalpflege. Auf seine Initiative entstand das Staßfurter Stadt- und Bergbaumuseum und ein historischer Stadtrundgang. Mit seinem Ausscheiden aus der Tätigkeit gründete er einen Geschichtsverein. In dieser ehrenamtlichen Tätigkeit hat er mehrere Beiträge in der Regionalpresse verfasst und war Mitautor in Heimatschriften des Landkreises und der Stadt.


AG Biographisches Forschen: Nächstes Treffen der AG-Mitglieder am 19.11.2009

Ort: Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, 3. Etage, Konferenzraum

Zeit: 17,00 bis 19,00 Uhr

Leitung: Heike Heinrich


AG Biographisches Forschen: Nächstes Treffen der AG-Mitglieder am 10.12.2009

Ort: Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, 3. Etage, Konferenzraum

Zeit: 17,00 bis 19,00 Uhr

Leitung: Heike Heinrich


AG Biographisches Forschen: Nächstes Treffen der AG-Mitglieder am 22.10.2009

Ort: Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, 3. Etage, Konferenzraum

Zeit: 17,00 bis 19,00 Uhr

Leitung: Heike Heinrich 


AG Biographisches Forschen: Nächstes Treffen der AG-Mitglieder am 02.07.2009

 

Ort: Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, 3. Etage, Konferenzraum

Zeit: 17,00 bis 19,00 Uhr

Leitung: Heike Heinrich 


 Vortrag Im Technikmuseum Magdeburg, Dodendorfer Str. 65 am 4. Juni 2009 um 17,00 Uhr

 

 "Die Grusons in technischen Berufen"

Referent: Günter Hammerschmidt, Magdeburg, Mitglied GVMU

Der Referent beschreibt die aus Flandern stammende Familie Gruson, die als Glaubensflüchtlinge 1656 aus der Nähe von Lille nach Mannheim und von da nach Magdeburg kamen, um hier Schutz und ein neues Zuhause zu finden. Bis in die 6. Generation waren die Grusons Landwirte, Böttcher, Branntweinbrenner, Brauer, Färber, Loh- und Weißgerber. Ab der 7. Generation, mit Louis Gruson, begann der Einstieg in die technischen Berufe. In der 8. Generation sind besonders die Brüder Hermann Gruson Sen. und Otto Gruson Sen. hervorzuheben.
Schwerpunkt des Vortrages ist das Lebenswerk des Ingenieurs und Fabrikbesitzers Hermann Gruson Sen. Es wird aber auch auf alle anderen Mitglieder der Magdeburger Linie eingegangen. Die Ausführungen werden durch eine Vielzahl von Bildern veranschaulicht.

Der Eintritt ist frei.


 Vortrag im Umwelthaus Magdeburg, Steubenallee 2 am 28. April 2009 um 18,00 Uhr

 

 "Parthenopolis". Jahrbuch für Kultur- und Stadtgeschichte Magdeburgs, hrsg. vom Geschichtsverein  für Magdeburg und Umland e. V. - Verlag und Verein stellen sich vor.

Referent: Dr. Guido Heinrich, Mauritius-Verlag Magdeburg
Der Eintritt ist frei.


 „Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek“ am Donnerstag, 16.04.2009, 19.00 Uhr

"Der ehemalige Sommerremter von Unser Lieben Frauen in Magdeburg und seine Spolien"

Referent: Dr. des. Christian Forster

Wenn die jüngsten Beiträge zur ottonischen Domplatzkirche erneut die Aufmerksamkeit auf jene antiken Säulenschäfte gelenkt haben, die im Magdeburger Dom und im Domremter verbaut sind, ist der Baus mit der nächstgrößten Spoliendichte bisher noch kaum gewürdigt worden. Die Rede ist vom so gen. Sommerremter des Liebfrauenklosters, der immerhin noch drei marmorne Säulenschäfte und ein Kapitell aus diesem Material enthielt. Bei der Bombardierung der Stadt im Januar 1945 zerstört, wurde dieser Saal nicht wieder rekonstruiert, da seine Stützenglieder nur noch zertrümmert geborgen werden konnten. Sie sind seither aus dem Blick der Forschung geraten.

Der Referent geht zwei Fragen nach: Wann gelangten die antiken Stücke ins Marienkloster? Mit der Antwort verknüpfen sich Thesen zum unmittelbar vorhergehenden Standort in Magdeburg. Dass Kaiser Otto I. die Spolien aus Italien beschaffte, ist nicht in Zweifel zu ziehen. Unabhängig vom symbolischen Gehalt einer solchen Maßnahme, wüsste man gerne, woher genau er sie genommen hatte, denn dies ist nicht überliefert. Die zweite Frage, die auf die Gesamtheit des Spolienbestandes zielt, lautet daher: Geben die Stücke selbst Hinweise auf ihre Provenienz? Was wissen wir davon, in welchem Zustand sich die antiken Bauten Italiens im 10. Jahrhundert befanden?

Dr. des. Christian Forster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zusammen mit Dr. Heiko Brandl verfasst er den Kunstdenkmälerband Magdeburg, Dom, der noch 2009 vorliegen soll. Schwerpunkte seiner Forschungen sind Architektur und Bauskulptur des frühen und hohen Mittelalters.

Veranstaltungsort: Kleiner Hörsaal in der Brandenburger Str. 9 

 

Der Eintritt ist frei.

 

Veranstaltungskalender  2008

Dienstag, den 15.04.2008

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag: "Der Magdeburger Domhügel vom 5.-9. Jahrhundert" sowie "Magdeburgs Wurzeln - ein interdisziplinärer Deutungsversuch" aus sprachgeschichtlicher Sicht.

Widmen sich die Archäologen Rainer Kuhn, Magdeburg, und Dr. Fabian Gall, Dresden, dem erstgenannten Thema, wird Frau Dr. Ingrid Wotschke, Magdeburg, in ihrem Vortrag die etymologische Seite reflektieren. 

Ein vergleichbares Projekt wurde 2007 auf dem Internationalen Mittelalterkongress in Leeds erstmals vorgestellt. Es versteht sich nicht allein als Beitrag zur mittelalterlichen Städte- und Namensforschung, sondern auch als Anregung zur interdisziplinären Bearbeitung ähnlichgelagerter Fragestellungen in der Mediävistik.

Rainer Kuhn / Dr. Fabian Gall

Der Magdeburger Domhügel vom 5.-9. Jahrhundert

 

Bis vor wenigen Jahren war der archäologische Forschungsstand für die vorottonische Zeit von einem mutmaßlich karolingischen doppelten Befestigungsgraben geprägt, der bereits in den 1960-ern auf dem Domplatz von Ernst Nickel angeschnitten wurde. Befunde, die eindeutig in die Zeit vor 805, also vor der ersten urkundlichen Erwähnung Magdeburgs, gehörten, schien es im Bereich des Domhügels kaum zu geben. Dies erstaunte schon seit längerem, war Magdeburg doch 805 bereits einer der wichtigsten Handelsplätze an der Ostgrenze des Reiches, für den man natürlich eine gewisse Vorgeschichte annehmen möchte. Auch die Ortsnamensforschung spricht sich für ältere Wurzeln aus. Dazu kommt die allgemein historische Erfahrung, dass die erste urkundliche Erwähnung in den allerseltensten Fällen tatsächlich den Beginn der Siedlung bezeichnet.

Mittlerweile hat sich das archäologische Bild sehr gewandelt. Für den innersten Graben liegen seit den Grabungen vor dem Landtag im Jahr 2004 neue Erkenntnisse vor. Ein 1998 neu entdeckter und seither mehrfach angeschnittener, dritter, äußerer Befestigungsgraben ist bekannt geworden, ebenso ein kleiner dimensionierter Graben 2002/2003 vor dem Justizministerium (vormals Staatskanzlei). Hinzu kommen neueste Erkenntnisse, u. a. aus der laufenden Forschungsgrabung im und am Magdeburger Dom.

Somit beginnen wir allmählich, ein erstes Bild davon zu bekommen, wiedie Geschichte des 1. Jahrtausends auf dem Magdeburger Domhügel begann und verlief, ehe sie in der gewaltigen ottonisch-romanischen Doppelkirchenanlage ihren Höhepunkt erreichte.

Rainer Kuhn studierte in Tübingen und München Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Provinzialrömische Archäologie. Er ist seit 1998 für das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, die Landeshauptstadt Magdeburg und die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt als Archäologe tätig.

Rainer Kuhn ist Projektleiter der beiden viel beachteten archäologischen Forschungsprojekte Magdeburger Domplatz (2002-2006) und Magdeburger Dom

(2006-2009) und Verfasser zahlreicher Beiträge zur Archäologie Magdeburgs.

 

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Dr. Ingrid Wotschke

 

Magdeburgs Wurzeln - ein interdisziplinärer Deutungsversuch

 

Der bisher nicht urkundlich belegten Entstehung und Namensgebung Magdeburgs wollen wir noch einmal auf den Grund gehen und dazu Belege aus Sprache, Kultur, Geschichte und Archäologie heranziehen, die bisher nicht in diesem Zusammenhang gesehen wurden und uns eine neue Sicht auf die Entstehung des Namens und des möglichen Ursprungs der Stadt eröffnen können. So wird, ausgehend von den verschiedenen Formen kultureller Überlieferung und von frühen schriftlichen Erwähnungen, der Versuch unternommen, die historischen Bedingungen für Ortgründung und Namensgebung hypothetisch zu bestimmen. Vor siedlungsgeschichtlichem Hintergrund erlauben etymologische Überlegungen Schlüsse auf die mögliche Entstehung des Namens in seiner ursprünglichen Bedeutung, die sowohl durch direkte archäologische Nachweise als auch durch überregionale Vergleiche gestützt werden. Im Ergebnis steht eine Hypothese, die die Völkerwanderungszeit als wahrscheinliche Periode der Burggründung und Namensgebung ins Auge fasst.

Das Projekt wurde im vergangenen Jahr auf dem Internationalen Mittelalterkongress in Leeds erstmals vorgestellt. Es versteht sich nicht allein als Beitrag zur mittelalterlichen Städte- und Namensforschung, sondern auch als Anregung zur interdisziplinären Bearbeitung ähnlichgelagerter Fragestellungen in der Mediävistik.

 

Ingrid Wotschke

Nach dem Studium der Anglistik und Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg promovierte sie an der philosophischen Fakultät mit einem Thema aus der englischen Literaturgeschichte. Es folgten Lehraufträge in Potsdam und Magdeburg sowie Vorträge und Veröffentlichungen zur englischen Literatur, Sprache und Mediävistik. Eine umfassende, historisch angelegte Betrachtung des modernen Britischen Englisch befindet sich in der Druckvorbereitung. Die Idee zur Inangriffnahme des hier präsentierten Projekts entstand aus den gegenwärtig laufenden Arbeiten zur altenglischen Kulturgeschichte im Bereich der Beowulf-Forschung.

Ort: Großer Hörsaal des Universitätsgebäudes Brandenburger Str. 9

Zeit: Dienstag, 15.04.2008, 19:00 Uhr

Referenten:  Rainer Kuhn/Dr. Fabian Gall; Dr, Ingrid Wotschke

 

Dienstag, den 28.02.2008

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag: Vor 75 Jahren - Das Ende des demokratischen Experiments in Magdeburg.

Die Weimarer Republik gilt in der Rückschau zu Recht als „Demokratie ohne Demokraten“. In der wechselvollen Geschichte der Stadt Magdeburg dient die kurze demokratische Episode in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gleichwohl als Anknüpfungspunkt einer positiven Traditionsbildung im „Zeitalter der Extreme“. In der Gegenwart besteht eher die Gefahr, die „Goldenen Zwanziger Jahre“ als eine gleichsam ungebrochene Epoche des Aufbruchs und des Fortschritts zu verklären. Solche Legendenbildungen machen es andererseits schwer verständlich, wie es zum zivilisatorischen Bruch in Form der nationalsozialistischen Diktatur kommen und wie sich diese vor Ort etablieren konnte.

Der Vortrag von Maik Hattenhorst blickt deshalb genauer auf die Krisenphase der Weimarer Republik seit etwa 1929/1930 bis zur sogenannten „Machtergreifung“ und geht dabei von der Annahme einer tiefgreifenden Polarisierung und Fragmentierung der Magdeburger Gesellschaft aus. Wandel und Expansion der NSDAP von einer sektiererischen Splitterpartei zur Massenpartei werden anhand lokaler Zeugnisse zusammenhängend erfasst. Die Magdeburger SA als Truppe des politischen Bürgerkriegs, so ein weiteres Ergebnis, bildete eine nahezu eigenständige Subkultur inmitten einer Kommune aus, in welcher die Sozialdemokraten stolz den Ehrennamen der „Roten Stadt im roten Land“ für sich in Anspruch nahmen.

 

Maik Hattenhorst absolvierte ein Magisterstudium Geschichte und forscht seit ca. 10. Jahren zu Themen der Regional- und Lokalgeschichte in Sachsen-Anhalt, schwerpunktmäßig im Zeitraum der Weimarer Republik sowie der NS-Zeit. Er arbeitet in der Stadtbibliothek Magdeburg und war 2007 u.a. Lehrbeauftragter der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Ort: Universitätsbibliothek, Vortragsraum Pfälzerstr.

Zeit: Donnerstag, 28.02.2008, 19:00 Uhr

Referent:  Maik Hattenhorst (Magdeburg)

 

Veranstaltungskalender  2007

 

Dienstag, den 20.11.2007

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag über die Geschichte des Polte-Werks in der NS-Zeit

Die Firma Polte wurde 1885 von Eugen Polte als Armaturenwerk gegründet und bis zum Ersten Weltkrieg zur Munitionsfabrik erweitert. Unter der Leitung seiner Nachfolger ent-
wickelte sich das Unternehmen ab 1933 zu einem der größten Munitionskonzerne Europas mit mehreren Tochtergesellschaften und Zweigbetrieben. Bei Kriegsende arbeiteten hier etwa 30.000 Menschen. Im Jahr 1938 begann Polte mit dem Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter. Ein erstes KZ-Außenlager des Konzerns entstand 1943 in Genthin. In den Magdeburger Werken des Unternehmens betrug der Anteil von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen im letzten Kriegsjahr etwa 50% der Belegschaft. Trotz ihrer Bedeutung als Rüstungsunternehmen gibt es bisher keine umfassenderen Veröffentlichungen zur Geschichte der Polte-Werke. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung des Unternehmens zu einem der wichtigsten Munitionslieferanten des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg nach. Exemplarisch wird dabei das Ausmaß von Zwangsarbeit und KZ-Haft in der Stadt Magdeburg beleuchtet.

Pascal Begrich, Jahrgang 1974, ist Historiker und Bildungsreferent in Magdeburg. Er beschäf-tigt sich insbesondere mit der Geschichte von Zwangsarbeit in Magdeburg, Aspekten der gegenwärtigen Gedenk- und Erinnerungskultur sowie aktuellen Entwicklungen im Bereich des Rechtsextremismus. Seine Magisterarbeit schrieb er über das KZ-Außenlager bei den Polte-Werken im heutigen Magdeburg-Stadtfeld.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent:. Pascal Begrich, M.A. (Magdeburg).

 

Dienstag, den 18.09.2007

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek (geänderter Ort!)

Vortrag über die mittelalterliche Baugeschichte des Magdeburger Doms

Im Rahmen einer Dissertation wurde die mittelalterliche Baugeschichte des Magdeburger Domes (1207 bis 1567) neu untersucht – vorwiegend mit Hilfe bauforscherischer Untersuchungsmethoden am Objekt, das trotz seiner wechselvollen Geschichte und der großen Zerstörungen der Magdeburger Innenstadt im 30jährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg praktisch unversehrt geblieben ist und zudem seit seinem Baubeginn keine nennenswerten Umbaumaßnahmen erfahren hat. Daher boten sich zahlreiche bislang nicht entdeckte oder nicht weiter verfolgte Spuren an, deren genaue Untersuchung  als Ergebnis die Neueinteilung  der Baugeschichte in elf, relativ klar voneinander abzugrenzende Bauabschnitte hatte. Daneben stand die Erkenntnis, dass die einzelnen Bauphasen gekennzeichnet waren durch ständige Bauunterbrechungen und fortwährende Planänderungen und Bauoptimierungen während des Bauverlaufs, sodass auch die Planungsgeschichte Teil der Betrachtung wird.


Dr. des Birte Rogacki-Thiemann ist Dozentin an der Hamburger Fernhochschule für den Fachbereich Konstruktion. Daneben arbeitet sie als freie Bauforscherin, vorwiegend in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Sie studierte Architektur an der Universität Hannover und spezialisierte sich hier bereits auf die Bereiche Bauforschung und Denkmalpflege. Von 1999 bis 2003 war sie Stipendiatin im Graduiertenkolleg „Kunstwissenschaft – Bauforschung – Denkmalpflege“ an der Technischen Universität Berlin. In diesem Rahmen entstand ihre Dissertation zur Baugeschichte des Magdeburger Domes.


Ort: Hörsaal 0.07, Brandenburger Str. 9 (Eingang neben Kunstgewerbeschule)

Zeit: 19:00 Uhr

Referent: Dr. Birte Rogacki-Thiemann (Hannover).

 

Dienstag, den 19.06.2007

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Nachkommenschaft und Dynastie. Geburten und Tauffeste in den Adelshäusern Anhalts (1607-1772)

In der Geburt von Kindern und den Festen zu ihrer Taufe kulminierten dynastische Präsenz und herrschaftliche Repräsentation in der erstmaligen öffentlichen Präsentation des Neugeborenen, griffen Fortbestand und Fortleben direkt ineinander. Der Vortrag geht einerseits den Festen um Geburt und Taufe, andererseits dem Stellenwert, der Bedeutung und Wahrnehmung von Nachkommen in den Fürstenhäusern Anhalts zwischen 1607 und 1772 nach. Neben einem ‚generativen Programm’ zur Schonung der Mütter und zum Schutz der Kinder gibt er sowohl Einblicke in die Organisation und den genauen Ablauf von Tauffesten als auch in den Wandel dieser Feste vom 16. bis ausgehenden 18. Jahrhundert. Eine wichtige Perspektive bildet dabei die enge Verzahnung der Festkultur mit der adligen Beziehungskul-tur: Gerade über Patenschaften wurden ebenso wie über Heiraten feste Allianzen und nachhaltige Beziehungsnetze im europäischen Adel geknüpft.

Prof. Dr. Eva Labouvie ist Professorin für Geschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt der Geschlechterforschung am Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und u. a. Koordinatorin im „Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung in Deutschland“ für alle neuen Bundesländer. 1995 erhielt sie für ihre Forschungen auf dem Gebiet der „Historischen Anthropologie“ den renommierten Heinz-Maier-Leibnitz-Förderpreis. Neben der Kultur- und Geschlechterforschung beschäftigt sie sich mit der Religions-, Kriminalitäts-, Körper- und Wahrnehmungsgeschichte, der Geschichte der Weltdeutungen und Imaginationen (Hexerei, Magie, Aberglauben) und der Umweltgeschichte.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referentin: Prof. Dr. Eva Labouvie (Magdeburg)


Dienstag, den 22.05.2007

Vortrag über „Magdeburg und das Altertum“

Neben den bekannten mittelalterlichen Grundlagen der „Stadt Ottos des Großen“ stößt man bei der Beschäftigung mit der Frühzeit Magdeburgs auch auf mannigfaltige Bezüge zur vorkarolingischen Zeit bis hin zur römischen Antike. Diese reichen von der archäologisch nachgewiesenen Besiedlung des Magdeburger Gebiets lange vor der Ersterwähnung im Jahre 805 über sagenhafte Beschreibungen antiker Grundlagen des Stadtnamens bis zu Erzählungen von römischen Siedlungsgründungen. Auch wenn derartige Überlieferungen meist dem Bereich der Sagen und Mythen zugeordnet werden, so sind doch bestimmte zeitliche Kohärenzen nicht zu leugnen. Einen Schwerpunkt des Vortrages wird daher der Versuch bilden, die noch immer nicht abschließend geklärte „Vorzeit“ Magdeburgs erneut zu beleuchten, um den objektiven Blick für eine kritische Auseinandersetzung mit Magdeburgs Gründungsmythen zu bewahren.

Daniel Schmidl (geb. 1978) und Roman Schöpp (geb. 1981) studieren Lehramt für Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und stehen kurz vor ihrem 1. Staatsexamen. Roman Schöpp ist seit 2,5 Jahren Wissenschaftliche Hilfskraft und leitet das Tutorium für Alte Geschichte. Daniel Schmidl hat sich in seiner Examensarbeit mit Ideologie und Traditionsauffassungen der NS-Zeit beschäftigt.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referenten:  Daniel Schmidl / Roman Schöpp (Magdeburg)


Mittwoch, den 16.05.2007

Nächster Stammtisch des Geschichtsvereins

Treff 18,00 Uhr im "Paulaner" Hegelstraße

 

Dienstag, 17.04.2007

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag über das Magdeburger Domkapitel im Spätmittelalter

Martin Luther sei, so wurde um 1540 kolportiert, von Friedrich dem Weisen deshalb unterstützt worden, weil dieser wegen der Besetzung des Erzbistums Magdeburg mit einem Hohenzollern zorn, unwillen und grimmigkeit empfunden habe. Auch wenn an die 1513 erfolgte Wahl Albrechts von Brandenburg durch das Magdeburger Domkapitel weltgeschichtlich weniger weitreichende Konsequenzen geknüpft werden: Der Unmut des sächsischen Kurfürsten ist nachvollziehbar, waren doch alle Versuche, Magdeburg auch nach dem Ableben seines Bruders Ernst in der Hand eines Wettiners zu halten, erfolglos geblieben. Bis 1628 wurde das Erzbistum durch Söhne des Hauses Brandenburg regiert und 1680 fiel es als Herzogtum endgültig an die Kurfürsten von Brandenburg.

Ausgehend von Fragen nach der Zusammensetzung und nach den Kräfteverhältnissen im Magdeburger Domkapitel um 1500 wird jene geistliche Gemeinschaft untersucht, die über die Besetzung des Erzbischofstuhls zu entscheiden hatte.

Dr. Thomas Willich ist als Lehrer am Humboldt-Gymnasium Eichwalde (bei Berlin) tätig. Er studierte Geschichte und Germanistik in Berlin und Salzburg und war von 1995-2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Greifswald und der Regestenkommissionen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Durch seine Dissertation über das Magdeburger Domkapitel im Spätmittelalter und weitere Veröffentlichungen zur Geschichte der Magdeburger Kirche und zur spätmittelalterlichen Reichsgeschichte ist er als besonderer Kenner der Materie ausgewiesen.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent: Dr. Thomas Willich (Berlin).


Donnerstag, 15.03.2007

Nächster Stammtisch des Geschichtsvereins

Thema: Neugestaltung unserer Website

Treffpunkt: Büro "RE/MAX. die immoblilie", Breiter Weg 227 um 18.00 Uhr

 

Dienstag, 13.02.2007

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag über die Reaktionen von Tätern und Opfern auf die „Reichskristallnacht“ in Magdeburg

Nach dem antisemitischen Progrom vom 9. November 1938 wurde das „zerbrochene Glas“ für die Amtsträger in Magdeburg zum Sinnbild für die Wiederherstellung des beschädigten Stadtbildes und für die Rückkehr der Provinzhauptstadt zur Normalität. Für die Magdeburger Juden dagegen symbolisierte das Ereignis die Zerstörung von Menschenleben und das Ende jeglicher Hoffnung auf eine Zukunft jüdischen Lebens im „Reich“. Während die Juden sich zuerst noch um ihre Sicherheit vor Ort bemühten, versuchten sie schließlich verzweifelt, in andere Länder zu fliehen. Die Mehrheit der Juden war zur Emigration um jeden Preis und fast überallhin bereit. Gleichzeitig errichteten die NS-Machthaber einen Sperrwall antisemitischer Gesetze. Der Vortrag wird anhand von archivalischen Quellen und von Zeitzeugenaussagen auf die unterschiedenen Reaktionen der Opfer und der Täter eingehen.

Michael Abrahams-Sprod, geb. 1964, studierte russische, deutsche und französische Philologie und wurde 2006 an der Universität Sydney promoviert mit einer Dissertation über das Leben der Magdeburger Juden unter der NS-Herrschaft. Zur Zeit ist er u. a. als Universitätsdozent für jüdische und Holocaust-Studien in New South Wales und Sydney tätig. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten, in deren Mittelpunkt immer wieder die Geschichte der Magdeburger Juden in der NS-Zeit stand, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent: Dr. Michael E. Abrahams-Sprod (Sydney).

Veranstaltungskalender  2006

 

Dienstag, 21.11.2006

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag über die Anfänge der Leichtathletik in Magdeburg (1892-1905)

Da bisher Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte der Leichtathletik in der Elbmetropole nicht existieren, sollen in dem Vortrag die Anfänge dieser Sportart in Magdeburg beschrieben und rekonstruiert werden. Dabei wird auch die unübersichtliche Vorgeschichte der leichtathletischen Wettkämpfe in den Blick genommen. Die besondere Geburtshelferrolle der Magdeburger Schulturnlehrer und Vereinsturner sowie die Wegbereiterrolle der Fußballer und Radsportler für den leichtathletischen Rasensport stehen im Mittelpunkt des Vortrags. Dass Magdeburg zu einem frühen Zentrum der deutschen „Spielbewegung“ geworden ist und als erste Stadt regelmäßige Jugend- und Volksspiele für die schulentlassene Jugend und für Erwachsene institutionalisieren konnte, hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Rasensport in der Elbestadt etablieren konnte.

Dr. Michael Thomas ist gebürtiger Magdeburger und arbeitet seit 1993 im Institut für Sportwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er wurde 1989 an der Pädagogischen Hochschule „Erich Weinert“ mit einer Arbeit zur Geschichte der studentischen Burschenschaften in den 1860er Jahren promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der regionalen Sportgeschichte und der anhaltischen Geschichte. Seit 2005 ist er Vorstandsmitglied der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen“.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent: Dr. Michael Thomas (Magdeburg)


Donnerstag, 16.11.2006

Nächster Stammtisch des Geschichtsvereins am 16.11.2006, 18 Uhr.

Der nächste Stammtisch des Geschichtsvereins findet am 16.11.2006, 18 Uhr in der Gaststätte "Paulaner" statt. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen zum Diskutieren, Plaudern, Entspannen ...

 

Donnerstag, 26.10.2006

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Vortrag über Magdeburg in der napoleonischen Zeit (1807-1814)

Nach dem Sieg über die preußische Armee vom 14. Oktober 1806 und dem Frieden von Tilsit 1807 schuf Napoleon das Königreich Westphalen, in das auch Magdeburg und die linkselbischen Gebiete integriert wurden. Seinem jüngsten Bruder Jérôme kam es zu, in diesem Königreich eine Art Modell für die anderen deutschen Staaten zu errichten. Die Bevölkerung Westphalens sollte durch freiheitliche Reformen von der Überlegenheit des französischen Systems überzeugt werden. In keinem Teil des neuen Königreiches war diese „Überzeugungsarbeit“ so bedeutsam wie im ehem. Herzogtum Magdeburg, das der Königin Louise so sehr am Herzen gelegen hatte. Nirgendwo konnten die „Westphalen“ so gut das neue Regime mit dem alten vergleichen, von dem sie nur die Elbe trennte.
Die bisherige historische Forschung hat eine überwiegend negative Bilanz des Königreichs Westphalen gezogen. Ob diese Einschätzung gerechtfertigt ist, soll am Beispiel Magdeburgs untersucht werden.

Dr. Nicola Peter Todorov ist in Magdeburg aufgewachsen und wurde 2005 an der Universität Paris I (Sorbonne) mit einer Arbeit über das Elbedepartement des Königreichs Westphalen promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Verwaltungs- und So-zialgeschichte sowie der napoleonischen Seekriegsstrategie nach Trafalgar, zu denen er zahl-reiche Aufsätze publiziert hat. Er ist als Lehrer für Geschichte und Geographie am Lycée Gustave Flaubert in Rouen  tätig.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent:
Dr. Nicola Todorov (Rouen)




Dienstag, 20.06.2006

Magdeburger Geschichtsforum in der Universitätsbibliothek

Ernst Reuter als Oberbürgermeister von Magdeburg 1931-1933

Anlässlich des 75-jährigen Jahrestages der Amtseinführung des Magdeburger Oberbürgermeisters Ernst Reuter wird in dem Vortrag das kommunalpolitische Wirken Ernst Reuters rekonstruiert und interpretiert. Der Sozialdemokrat Reuter trug zusammen mit Hermann Beims wesentlich dazu bei, das „Rote Magdeburg zu einem kulturellen und sozialpolitischen Zentrum Deutschlands zu entwickeln.

Mathias Tullner, geb. 1944, ist Professor am Institut für Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 1986 lehrt und forscht er selbständig zu Themen der Regional- und Landesgeschichte Sachsen-Anhalts. Das Spektrum seiner Forschungen ist überaus vielfältig und reicht von Themen der frühneuzeitlichen Geschichte bis zu Problemen der Zeitgeschichte. Seit 1993 hat er dazu mehr als 150 Publikationen vorgelegt. Die von Mathias Tullner als Monographie veröffentlichte Landesgeschichte Sachsen-Anhalts ist bis heute in mehreren Auflagen erschienen. Seit 2005 gibt er die Zeitschrift "Sachsen-Anhalt. Geschichte und Geschichten" heraus.

Ort:  Universitätsbibliothek Vortragsraum, Eingang Pfälzerstraße
Zeit: 19:00 Uhr
Referent:
Prof. Dr. Mathias Tullner (Universität Magdeburg)