Arbeitsgemeinschaft „Biografisches Forschen“
im Geschichtsverein für Magdeburg und Umland e.V.
 
Die Geschichte einer Stadt ist vor allem die Geschichte der Menschen, die in ihr leben. Das Magdeburger Biographische Lexikon 19. und 20. Jahrhundert (MBL) – 2002 erstmals in Buchform publiziert – vereint rund 1.750 Biografien von Menschen aus Magdeburg und der weiteren Region, die das gesellschaftliche Leben vor Ort während der letzten 200 Jahre auf ganz unterschiedliche Weise beeinflusst haben. Dabei fanden neben Unternehmern, Technikern und Ingenieuren, Erfindern, Kaufleuten, Handwerkern und Landwirten auch Politiker, Juristen, Mediziner, Wissenschaftler, Theologen, Pädagogen, Künstler, Sportler, Militärs u.v.a. gesellschaftliche Gruppen Berücksichtigung.
 
Der gesamte Bestand des Lexikons und zahlreiche neue Biografien sind seit 2004 auch im Internet unter zu finden. Seit Anfang April wird die bisherige Version unter der neuen Adresse www.lexikon.magdeburgica.de weitergeführt. Die Datenbank wird ehrenamtlich betreut sowie ständig erweitert und vervollständigt. Neuere biografische Forschungsergebnisse und wichtige Ergänzungen und Korrekturen können so schnell und effektiv einer breiten interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Gegenwärtig umfasst die Datenbank des Internetlexikons mehr als 1.800 biografische Artikel.
 
Um die Arbeit am Magdeburger Biographischen Lexikon kontinuierlich voranzutreiben und das Leben und Werk weiterer interessanter Persönlichkeiten aus Magdeburg und der Region zu erforschen, fand sich im Herbst 2007 eine Gruppe interessierter Gleichgesinnter in Magdeburg zusammen. Sie war zunächst als Kurs „Biografisches Forschen“ an der Städtischen Volkshochschule angesiedelt und ist seit Juli 2008 auch dem Magdeburger Geschichtsverein als Arbeitsgemeinschaft angegliedert. Dabei werden die Forschungsarbeiten zum Magdeburger Biographischen Lexikon auch in enger Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv in Magdeburg fortgesetzt und intensiviert.
 
 
 
Arbeitsinhalte
 
Die AG „Biografisches Forschen“ widmet sich in erster Linie der Erforschung des Lebens und Werkes von Personen, die durch ihre beruflichen und/oder nebenberuflichen Tätigkeiten bleibende Spuren in der Stadt und Region Magdeburg hinterlassen haben. Mit dem Sammeln, Bearbeiten und Publizieren von biografischen Informationen soll zugleich ein wichtiger Bestandteil der Magdeburger Stadt- und Kulturgeschichte für die Zukunft gesichert werden.
 
Interessenten sind herzlich eingeladen, an den regelmäßig stattfindenden Treffen der AG teilzunehmen und sich zwanglos mit den Mitgliedern auszutauschen (Termine siehe unten). Finden Sie Gleichgesinnte, profitieren Sie von den vielfältigen Erfahrungen der Mitglieder und bringen Sie Ihr ganz spezielles Interesse in die AG ein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
 


Was können Sie erwarten?
 
• vielfältige Anregungen zur Auseinandersetzung mit Lebensgeschichten von Persönlichkeiten aus Magdeburg und der Region
• Informationen und regen Austausch über zahlreiche Themen der Stadt- und Regionalgeschichte Magdeburgs
• Grundwissen und weiterführende Informationen zur biografischen Forschung
• Tipps zur familiengeschichtlichen Forschung
• praktische Anleitung zum Sammeln von biografischen Informationen
• Unterstützung bei Recherchen in Archiven, Museen und Bibliotheken
• praktische Anleitung zum Schreiben biografischer Artikel und Aufsätze
 
Weitere Auskünfte erteilt die Leiterin der AG „Biografisches Forschen“, Frau Heike Heinrich. Sie können Frau Heinrich in der Regel montags bis freitags telefonisch (0391 – 535 477 18) oder per Mail (heike.heinrich@vhs.magdeburg.de) erreichen.
 
 
 
Unsere Aktivitäten (Öffentlichkeitsarbeit)
 
Die Arbeitsergebnisse der Mitglieder der AG „Biografisches Forschen“ werden in vielfältiger Form präsentiert und öffentlich zugänglich gemacht.
 
1. Publikation im Internet
Alle biografischen Artikel werden nach ihrer Fertigstellung auf den Internet-Seiten des Magdeburger Biographischen Lexikons unter Nennung des Namens der Autorin / des Autors publiziert.
Aktuelle Ergebnisse können eingesehen werden unter: www.lexikon.magdeburgica.de
 
 
2. Öffentliche Vorträge
In loser Folge und an wechselnden Orten präsentieren Mitglieder der AG „Biografisches Forschen“ ihre Arbeitsergebnisse in öffentlichen Vorträgen.
Bislang fanden im Jahr 2009 folgende Vorträge statt:
 
• 24. September 2009, Jugendgästehaus Leiterstraße (Erzählcafé Altstadt)
Dr. Manfred Koch berichtete über die Anfänge des Theaters und der Städtischen Bühnen in Magdeburg in der Nachkriegszeit. 1945 hat die zerstörte Elbestadt viele kulturelle Schätze verloren, darunter auch ihre beide großen Theater, die schwer beschädigt nurmehr als Ruinen in der Altstadt standen. Der kulturelle und geistige Neuanfang wurde ganz wesentlich von Theaterleuten befördert, darunter den beiden ersten Nachkriegsintendanten Hans Geißler und Heinz Isterheil. Manfred Koch, der sich mit beiden Biografien ausführlich beschäftigt hat, ließ die Erzählcafébesucher an der Spurensuche teilhaben und erzählte auch die Geschichten hinter der Geschichte.
 
• 27. August 2009, Jugendgästehaus Leiterstraße (Erzählcafé Altstadt)
Axel Behr berichtete zum zweiten Mal über „Schreib’ste mir, schreib’ste ihr ... die Erfindung des geschnittenen Briefpapiers“. Seit der letzten öffentlichen Präsentation der Foschungsergebnisse im März ist es Herrn behr gelungen, zahlreiche weiterführende Daten und Fakten zusammenzustellen. Der Erfinder des Briefpapiers, Max Krause, lebte und lernte in Magdeburgs Altstadt. Seine Spuren führen aber auch nach Burg und nach Berlin. Der Begründer der deutschen Briefpapierindustrie hat ein ereignisreiches und spannendes Leben geführt. Die Geschichte und die Geschichten um Max Krause, seine Firma und seine Familie illustrierte der Referent anhand zahlreicher vielen Fotos und Dokumente.
 
• 16. April 2009, Stadtbibliothek Magdeburg (Konferenzraum)
Georg Prick berichtete über das Schicksal des jüdischen Rechtsanwalts Emil Kaufmann (1864-1943), der als Jurist und juristischer Publizist mehr als vierzig Jahre in Magdeburg tätig war und bis 1933 zu den einflussreichen Honoratioren der Stadt mit national-konservativem Hintergrund zählte. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft systematisch aus seinem Beruf und dem öffentlichen Leben verdrängt und schließlich 1943 in Auschwitz ermordet.
 
• 26. März 2009, Volkshochschule Magdeburg
Axel Behr berichtet über neue Forschungsergebnisse zum Papierfabrikanten und Papierhändler Max Krause (1838-1913) und seiner weitverzweigten Familiengeschichte. Krause, der in Magdeburg seine Berufsausbildung in der Papierbrache absolvierte und hier auch mehrere Jahre Berufserfahrungen sammelte, wurde als Erfinder des geschnittenen Briefpapiers weltbekannt.
 
• 29. Januar 2009, Jugendgästehaus Leiterstraße (Erzählcafé Altstadt)
Christine Sommer berichtete über ihre Forschungsergebnisse zum Leben und Werk des Magdeburger Bildhauers Joachim Sendler (1934-2005), der in Magdeburg und in zahlreichen Städten der Region plastische Werke für den öffentlichen Raum geschaffen hat. Zu den bekanntesten Arbeiten Sendlers zählt zweifellos die zwölf Meter hohe Betonplastik an der Elbuferpromenade.
 
 
3. Pressebeiträge
Nach Möglichkeit werden ausgewählt Forschungsergebnisse der Mitglieder der AG „Biografisches Forschen“ auch in der regionalen Tagespresse publiziert, um eine breite interssierte Öffentlichkeit zu erreichen.
Im Jahr 2009 erschienen bislang folgende Zeitungsbeiträge:
 
• Beitrag zu Otto Fuhlrott (Volksstimme Magdeburg vom 29. August 2009)
• Beitrag zu Werner Tübke (Volksstimme Magdeburg vom 1. August 2009)
• Beitrag zu Heinz Isterheil (Volksstimme Magdeburg vom 6. Juni 2009)
• Beitrag zu Johannes Kramer (Volksstimme Magdeburg vom 4. April 2009)
• Beitrag zu Max Krause (Volksstimme Magdeburg vom 21. März 2009)
• Beitrag zu Hans Geißler (Volksstimme Magdeburg vom 14. März 2009)
 
 
4. Aufsätze
Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, größere Artikel und Aufsätze, die im Zusammenhang mit den Arbeiten in der AG „Biografisches Forschen“ entstehen, in „Parthenopolis. Jahrbuch für Kultur- und Stadtgeschichte Magdeburgs“, dem Periodikum des Geschichtsvereins für Magdeburg und Umland e.V. zu veröffentlichen.
Ein längerer Aufsatz von Georg Prick, der die Forschungen zu Ernst Kaufmann (1864-1943) zusammenfassend darstellt, wird im 2. Band des „Jahrbuchs für Kultur- und Stadtgeschichte Magdeburgs“ im April 2010 erscheinen.
 
 
5. Folgepublikation zum Magdeburger Biographischen Lexikon
Als Fernziel strebt die AG „Biografisches Forschen“ an, ihre Arbeitsergebnisse künftig als Sammlung auch im Buchformat zu veröffentlichen. Gedacht ist an eine Fortsetzung des Magdeburger Biographischen Lexikons, die die dort publizierten Informationen sinnvoll ergänzen und erweitern soll.
 
 


Zusammensetzung der Arbeitsgruppe / Arbeitsschwerpunkte
 
Die AG „Biografisches Forschen“ wird in Kooperation zwischen der Volkshochschule Magdeburg und der Stadtbibliothek Magdeburg unter dem organisatorischen Dach der Geschichtsvereins für Magdeburg und Umland e.V. betrieben. Die AG wird seit 2007 von Heike Heinrich ehrenamtlich geleitet. Die aktiven Mitglieder werden nachstehend in alphabetischer Reihenfolge mit ihren Interessenschwerpunkten aufgeführt. Weitere Interessenten können gern hinzu kommen und in der AG mitarbeiten. Die Mitgliedschaft in der AG „Biografisches Forschen“ ist kostenlos und mit keiner Verpflichtung verbunden.
 
Mitglieder der AG „Biografisches Forschen“ (Stand: 30. 9. 2009):
 
Michael Anders
• Interesse: Geschichte der Juden / der jüdischen Gemeinde in Magdeburg (insbesondere 19. Jahrhundert, Judenemanzipation); biografische Nachforschungen zu jüdischen Magdeburgern (auch 20. Jahrhundert)
• gegenwärtig gesteigertes Interesse an Informationen zur Familie Schmulewitz
 
Axel Behr
• Interesse: Handel; Kaufmannschaft; Bildende Kunst
• gegenwärtig umfangreiche Forschungen zum Papierfabrikanten und Papierhändler Max Krause
 
Hans Gottschalk
• Interessenschwerpunkt: Architektur; Architekturgeschichte (insbesondere 1945-1990)
• gegenwärtig Forschungen zum Magdeburger Architekten Jakobs
 
Hartmut Greulich
• Interesse: regionale Feuerwehrgeschichte; Brandschutztechnik
• gegenwärtig Forschungen zur Magdeburger Feuerwehrgeschichte
 
Horst-Günther Heinicke
• Interesse: Militärwesen; Handel und Kaufmannschaft
• gegenwärtig Forschungen zu Magdeburger Militärs und zur Garnisonsgeschichte Magdeburgs
 
Dr. Guido Heinrich
• Interesse: Literatur; Bildende Kunst; Kunstgeschichte; Schulgeschichte; Theologie; Buchhandel und Buchdruck (insbesondere 18.-20. Jahrhundert)
• gegenwärtig Forschungen zu diversen Künstlern, Schriftstellern, Kunsthistorikern, Pfarrern und Pädagogen in Magdeburg
 
Heike Heinrich (Leiterin der AG „Biografisches Forschen“)
• Interesse: Freimaurerei; Geschichte der institutionalisierten Städtewerbung und Tourismusförderung in Magdeburg
 
Ingrid Heptner
• Interesse: Stiftergeschichte
• gegenwärtig Forschungen zum Magdeburger Kaufmann und Stifter Kahlenberg und zur Familie Aly
 
Dr. Manfred Koch
• Interesse: Literatur; Theater; Bildende Kunst; Politik
• gegenwärtig Forschungen zum Magdeburger Theater nach 1945 und zu bildenden Künstlern und Literaten der DDR
 
Angelika Popov
• Interesse: Bildende Kunst
• gegenwärtig Forschungen zum Magdeburger Maler und Zeichner Percy Rogge
 
Georg Prick
• Interesse: Rechtswissenschaften; Anwaltsgeschichte
• gegenwärtig Forschungen zum Magdeburger Rechtsanwalt Emil Kaufmann, zur Magdeburger Kammergeschichte und zu weiteren jüdischen Rechtsanwälten in Magdeburg
 
Christine Sommer
• Interesse: Musikgeschichte; Musikwissenschaft; Bildende Kunst
• gegenwärtig Forschungen zu Musikwissenschaftlern und Musikpädagogen aus Magdeburg
 
Kontakt:
Wenn Sie mit den Mitgliedern der AG „Biografisches Forschen“ Kontakt aufnehmen möchten, können Sie dies über die Leiterin der AG, Frau Heike Heinrich, tun: 
Tel. 0391 – 535 477 18
Mail: heike.heinrich@vhs.magdeburg.de
 
 
 
Abgeschlossene und künftige Forschungsarbeiten (Stand: 31. 1. 2010)
 
Durch die Mitglieder der AG „Biografisches Forschen“ wurden in den Jahren 2009 und 2010 bislang folgende historische Personen untersucht und in Form von Artikeln für das Magdeburger Biographische Lexikon aufgearbeitet:
 
Jochen Aue (1930-2007), Maler, Grafiker
Richard Aßmann (1845-1918), Arzt, Meteorologe, Aeroklimatologe [Neufassung]
Gerhard Bader (1896-1968), Jurist, Journalist, Presseamtsleiter
Hermann Brösel (1902-1984), Unternehmer, Fotograf
Werner Eberlein (1919-2002), Parteifunktionär, Journalist, Dolmetscher
Johannes Fischer (1933-2005), Komponist, Kirchenmusiker, Diakon, Musiktherapeut
Günter Fleischhauer (1928-2002), Musikwissenschafler
Max Franke (1857-1926), Pädagoge, Stadtschulrat
Otto Fuhlrott (1920-2007), Literaturwissenschaftler, Hochschullehrer
Hans Geißler (1896-1959), Schauspieler, Regisseur, Intendant
Adolph von Gerhardt (1803-1879), Jurist, Landrat, Polizeipräsident von Magdeburg
Jacob Hennige (1798-1863), Lehrer, Prorektor am Kloster Unser Lieben Frauen
Jacob Hennige (1801-1858), Kaufmann, Zuckerfabrikant [Neufassung]
Marie Hennige (1852-1941), Stifterin, Wohltäterin
Paul Hennige (1839-1903), Kaufmann, Zuckerfabrikant, Stadtverordneter, Stifter
Heinz Isterheil (1914-1990), Schauspieler, Regisseur, Intendant
Karl Kegel (1876-1959), Bergbauingenieur, Hochschullehrer
Carl Keim (1823-1906), Arzt, Stadtverordneter und satirischer Schriftsteller
Carl Heinrich von Klevenow (1749-1822), Jurist, Oberlandesgerichtspräs., Stifter
Reinhard Kohlrausch (1882-1968), Jurist, Lehrer, Volkshochschulgründer
Johannes Kramer (1893-1974), Architekt, Stadtplaner
Ida Lücke (1838-1920), Stifterin, Wohltäterin
Wilhelm Fürst von Radziwill (1797-1870), Militär, Ehrenbürger von Magdeburg
Arthur Ruppin (1876-1943), Jurist, Soziologe, Nationalökonom [Neufassung]
Eckehard Schall (1930-2005), Schauspieler, Regisseur, Intendant
Irma Schmücker (1912-2001), Lehrerin
Wolfgang Seiferth (1899–1969), Volkshochschulgründer, Universitätsprofessor
Joachim Sendler (1934-2005), Bildhauer
Werner Tübke (1929-2004), Maler, Grafiker
Max Wilberg (1878-1949), Pädagoge
Ernst Georg Zehle (1882-1945) Rechtsanwat, Notar, Kommunalpolitiker
 
Gegenwärtig werden biografische Artikel zu folgenden Persönlichkeiten mit Bezug zur Landeshauptstadt Magdeburg oder der Region bearbeitet:
 
Gottfried Friedrich Aly (1852-1913), Philologe, Lehrer, Schulpolitiker [I.H.]
Georg Barlösius (1864-1908), Maler, Illustrator, Typograf [A.B.]
Heinrich (Henry) Busse (1894-1955), Jazz-Musiker, Orchesterleiter [G.H.]
Günter Bust (1931-2005), Musikpädagoge [C.S.]
Johann Nicolaus Fritze (1751-1840), ev. Pfarrer, Freimaurer [H.H.]
Hans Gerson (1881-1931), Architekt [I.H.]
Oskar Gerson (1886-1966), Architekt [I.H.]
Helga Goetze (1922-2008), Sozialaktivistin, Schriftstellerin, Künstlerin [G.H.]
Carl von Hülsen (1824-1888), Jurist, Versicherungsagent [H.Gr.]
Friedrich Jakobs (1932-2002), Architekt, Stadtplaner [H.Go.]
August Wilhelm Kahlenberg (1801-1883), Kaufmann und Stifter [I.H.]
Emil Kaufmann (1864-1943), Jurist, Rechtsanwalt, Fachschriftsteller [G.P.]
Max Krause (1838-1913), Papierfabrikant, Erfinder, Stifter [A.B.]
Maximilian Modde (1862-1933), Maler, Grafiker, Schriftsteller [G.H.]
Ernst von Niebelschütz (1879-1946), Kunsthistoriker, Schriftsteller [G.H.]
Rolf Opitz (1942-2005), Elektriker, Genossenschaftsvorsitzender [G.H.]
Julius Petzon (?-?), Maler, Zeichner [A.P.]
Percy Rogge (1894-1983), Maler, Zeichner [A.P.]
Heinrich Sahm (1880-1936), Kommunalpolitiker, Bürgermeister [H.H.]
Gunter Schandera (1940-2002), Literaturwissenschaftler, Hochschullehrer [G.H.]
Paul Ferdinand Schmidt (1878-1955), Kunsthistoriker, Museumsdirektor [G.H.]
Albert Schulz (1802-1893), Jurist, Regierungsrat, Germanist [G.H.]
Martin Selber (eigentlich: Merbt) (1924-2006), Schriftsteller [M.K.]
Friedrich Straß (1766-1845), Pädagoge, Schuldirektor, Historiker [G.H.]
Max Peiffer Watenphul (1896-1976), Maler, Fotograf [G.H.]
Johann Georg Peter Zincke (1775-1850), Landwirt, Fabrikant, Stifter [H.H.]
 
Gegenwärtig liegen für mehr als 100 weitere Personen Informationen und z. T. auch Materialsammlungen vor, die aufgegriffen bzw. weiter bearbeitet werden können.
 
 
Aktuelle Termine
 Siehe Ankündigungen auf der Startseite!

Arbeitsgruppe Biografische Forschung

im Geschichtsverein für Magdeburg und Umland e.V. im Jahr 2011

 

Vorspann

 

Die Geschichte einer Stadt ist vor allem die Geschichte der Menschen, die in ihr leben. Das „Magdeburger Biographische Lexikon des 19. und 20. Jahrhunderts“ (MBL) vereint rund 1800 Biografien von Magdeburgern, die für ihre Stadt etwas Herausragendes geleistet haben oder in der Welt berühmt geworden sind und somit ihrem Geburtsort alle Ehre machten.

Wie erforscht man eine Biografie, wo sucht man und wo finden sich Spuren eines Lebens?

Für diese Spurensuche bildete sich im Herbst 2007  eine Interessengruppe zur weiteren biografischen Forschung in Magdeburg. Als Kurs „Biografisches Forschen“  an der Städtischen Volkshochschule in Kooperation mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv wurden die Forschungsarbeiten am Magdeburger Biographischen Lexikon wieder aufgenommen bzw. fortgesetzt.

 

Ab Juli 2008 ist diese Interessengruppe eine Arbeitsgruppe unter dem Dach des Geschichtsvereins für Magdeburg und Umland e.V. Aus den Forschungsergebnissen der Arbeitsgruppe entstehen biographische Forschungen zur Magdeburger und regionalen Geschichte, Artikel zu den Personen, die das Magdeburger Biografischen Lexikons im Internet erweitern und bereichern sollen.

Die Arbeitsgruppe gibt ihren Mitgliedern und Interessenten Tipps zur Familiengeschichtsforschung, regt zur Auseinandersetzung mit Lebensgeschichten an und fördert die Fähigkeit, solche Geschichten aufzuschreiben.

 

Arbeitsergebnisse

 

Zur Arbeitsgruppe gehörten im Jahr 2011

8 ständige Mitglieder, die sich zu insgesamt 10 monatlichen Terminen zum Forschungsaustausch trafen

sowie 4 weitere Mitglieder, die an Biografien arbeiten, aber aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht an den Treffen teilnehmen konnten.

 

Zu den in diesem Jahr fertiggestellten 15 biografischen Artikeln gehörten u.a. der Maler und Grafiker Jochen Aue oder der Grafiker Rudolf Purke, der Journalist Gerhard Bader, der Lehrer und Domkustus Christian Ludwig Brandt, der Pädagoge und Stadtschulrat Max Franke, der Kaufmann und Stifter August Wilhelm Kahlenberg, die Architekten und Stadtplaner Friedrich Jacobs und Johannes Kramer.

Von mehreren schon im Lexikon befindlichen Personen konnten Artikel um neue Erkenntnisse und Aktenfunde erweitert werden wie Otto Kobin oder Hans Otto, Martin Schwantes, Edmund Wodick oder Günter Bust.

 

Vor allem Arbeiten wie diese zu Kahlenberg oder Franke zeigten, dass noch viel interessantes Aktenmaterial zu heben ist und das viel „Wenigwissen“ zu sehr verdienstvollen Personen existiert.

 

Kahlenberg – das ist doch der mit dem Kahlenbergstift, ja, der liegt auf dem Westfriedhof. Da steht ein großes Gedenkstein.

Nein, da liegt er eben nicht. Und der Gedenkstein hat mit unserem Kahlberg-Stifter gar nichts zu tun, auch mit der Familie des August Wilhelm Kahlenberg (1801-1883) nicht.

Intensive Recherchen  - auch in auswärtigen Archiven - haben das Geheimnis des Stifters letztlich preisgegeben. Eine spannende Reise in die Geschichte des 19. Jahhrunderts.

Dass unser Kahlbergstift nun „abgebrannt“ und aus dem Stadtbild verschwunden ist, zeigt, wie wichtig es war, die Geschichte dieses Mannes und eines der frühen Stiftungsvereine zu erkunden. Das Wenige, was bisher dazu geschrieben wurde, erwies sich oft als falsch.

 

Franke – gab es da nicht ein Frankeheim. Richtig. Der langjährige Schulrat Dr. Max Franke hat dem ersten modernen Jugendhaus in Magdeburg den Namen gegeben. Und hier waren nicht etwa elternlose Jugendlche untergebracht, sondern nach dem Vobild von Landschulheimen, Wanderheimen und Volkshochschulheimen, die nach 1918 begründet wurden, bot das Frankeheim bis zu 40 verschiedenen Jugendverbänden und Organisationen ein Dach. Es befand sich übrigens in der heutigen Erich-Weinert-Str.

 

Zwei Beispiele, die zeigen, wie engagiert die Mitglieder der AG ihrer ehrenamtlichen Forschungsarbeit nachgehen, oft noch mit einem hauptamtlichen Beruf oder anderen Ehrenämtern.

28 der seit 2007 erforschten 44 Biografien und auch fertiggestellten Artikel sind erst im Portal www.lexikon.magdeburgica.de zu finden. Das ist allein immer noch der Tatsache geschuldet, dass das alte Portal des Magdeburger Biografischen Lexikons auf einer alten Software basiert, die nicht durch die AG selbst bedient werden kann. Der Leipziger Provider kann zwar die Kapazitäten zufriedenstellend bereit stellen, aber die Einarbeitung der Artikel, der Änderungen und Ergänzungen, die sich immer wieder ergeben, passiert nur sehr schleppend.

 

Ein neues modernes Portal mit neuen Arbeits- und Nutzungsfunktionen ist dringend forderlich geworden. Dazu gibt es am 20. Dezember noch  konkrete Gespräche. Damit kann auch bei diesem Thema etwas Findungserfolg vermeldet werden. Es scheint also jemand gefunden, der ein solches Portal bauen kann. Kosten sind zur Zeit noch nicht bekannt.

 

61 Biografien befinden sich zur Zeit in Bearbeitung. Viele davon sind kurz vor der Fertigstellung. 33 weitere Namen stehen zur Auswahl und harren ihrer Forscher. Diese beiden Listen wachsen ständig, weil neue Anregungen aus dem Kreis der AG kommen, wenn Mitglieder zufällig auf interessante Personen stoßen, die bisher noch nicht bekannt waren.

Der Industrielle Robert Hohmann, der Künstler Maximillian Modde oder der Eisenbahnfotograf Walter Hollnagel gerieten so in den Kreis interessanter Persönlichkeiten für Magdeburg und werden bereits erforscht.

 

Im Sommer führte eine Exkursion die AG-Mitglieder in den Altbestand der Stadtbibliothek. Die sehr fachkundige Führung durch die Leiterin des Bereiches, Frau Ilona Brditschke, verwies auf zahlreiche interessante Buch- und Zeitungsbestände, die für biografische und bibliografische Recherchieren sehr hilfreich sind.

Diese Exkursion wurde ausgewertet und so kann auch den, neu zu den Forschungen Hinzukommenden, ein Handmaterial gereicht werden, das diese Bestände vorstellt.

 

Zeitungsbeiträge oder Artikel für das Jahrbuch „Parthenopolis“ des Vereins sind auch 2011 entstanden. So wird die biografische Forschung zu den ersten vier Leitern der Volkshochschule Magdeburg - Reinhard Kohlrausch, Max Franke, Max Wilberg und Wolfang Seiferth – in einem Beitrag zur Gründungsgeschichte der Bildunsgeinrichtung im nächsten Parthenopolis publiziert. Mitstreiter sind übrigens immer willkommen. Die nächste Forschungsrunde tagt am 23. Februar 2012 in der Volkshochschule.

 

Heike Heinrich, Leiterin der AG „Biografisches Forschen“